Worte von Dekan Thomas Schalla zu Beginn der Karwoche

von Thomas Schalla

Ostern

"Wir hoffen darauf, dass am Ende alle Menschen versöhnt bei Gott leben werden"

Am Palmsonntag beginnen die Osterfeiertage in den christlichen Kirchen. Der Einzug Jesu in Jerusalem, an den in den gestrigen Gottesdiensten erinnert wurde, markiert den Beginn seiner Leidensgeschichte. Das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Freunden, die Verurteilung zum Tod am Kreuz, die Kreuzigung und schließlich die Erinnerung an seine Auferstehung am Ostersonntag stehen in den christlichen Gemeinden in Gottesdiensten, Andachten und Konzerten im Mittelpunkt. 

Angesichts des vielfachen Leidens in der Welt setzen Christen damit ein Zeichen der Hoffnung. Keine Macht der Welt kann Menschen wieder lebendig machen. Die Opfer der Flugzeugkatastrophe in Frankreich, von der IS ermordeten Christen und Muslime im Nahen Osten, Opfer von Gewalt und Krieg an vielen Orten der Welt - sie machen schmerzlich bewusst, was Menschen einander antun können. In den Ostertagen erinnern die christlichen Gemeinden deshalb an die himmlische Macht: die Auferweckung Jesu von den Toten ist der Sieg des Lebens gegen den Tod. Wir hoffen darauf, dass am Ende alle Menschen versöhnt bei Gott leben werden. Diese Hoffnung macht uns stark, jetzt dem Leiden und der Gewalt in unserer Welt entgegen zu treten. In den Gottesdiensten denken die Christen in diesen Tagen aber auch besonders an die Erfahrungen der Opfer und bringen sie im Gebet vor Gott. Wir wissen uns mit ihnen vor Gott verbunden. Wir hoffen auch für die, die keine Perspektive mehr sehen, auf Gottes neue Welt. Davon wird in den kommenden Ostertagen in Kirchen und Gemeinden schon etwas spürbar werden - für alle Menschen, die es brauchen. 

Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostertage

Thomas Schalla, Dekan, Evangelische Kirche in Karlsruhe

Foto: Bernd Kasper  / pixelio.de


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